Intuitiv Fotografieren 
Lass dich inspirieren und entwickle selbst geniale Fotoideen

 

Leistungsdenken und Qualität

Jeder, der Fotos macht, ist früher oder später mit dem Thema “Qualität” konfrontiert. Fotos sind gut oder schlecht, oder irgendwo dazwischen – man spürt das sehr schnell, wenn man ein bestimmtes Bild vor sich hat. Künstlerische Qualität hat jedoch nicht viel mit messbarer Leistung zu tun, und kritisch wird es, wenn beides miteinander verwechselt wird. Qualität ist etwas zutiefst Subjektives, und immer dann, wenn man versucht, Qualität mit leistungsbezogenen (oft quantitativen) Kriterien fassbar zu machen, geht etwas Wesentliches verloren.

Worauf achtest du, wenn du Fotos beurteilst? Auf sein subjektives Bauchgefühl oder auf die Anzahl der Kommentare, die Zahl der verkauften Bilder? Was ist dein wichtigstes Kriterium? Denk mal darüber nach, und beobachte dich selbst, wenn du dein Fotoarchiv oder das Internet durchstöberst!

Mach dir den Blick frei!


Wenn man innerlich einen Schritt zurück tritt, und mal darüber nachdenkt, was man da eigentlich fotografiert, tut sich ein vielleicht Gegensatz auf: fotografiere ich eigentlich eher eigene Dinge, oder eher mir Fremdes? Fotografiere ich eher in meiner eigenen fotografischen Sprache, in meiner eigenen Handschrift, oder halte ich Dinge fest, die für mich neu sind?

Ich glaube, dieser Gegensatz löst sich auf, wenn man sich bewusst macht, dass das vermeintlich “Eigene” zunächst einmal einfache fotografische Stereotype sind: ein Foto von einer Landschaft sollte immer so aussehen. Wenn man diese Erwartung mal beiseite lässt, und den eigenen Blick frei macht für das, was in dieser individuellen Landschaft vom Stereotyp abweicht, findet man etwas, was einem zunächst fremd erscheint. Man lässt also zugleich die eigenen Erwartungen bei Seite, sieht das, was fremd erscheint, und doch öffnet man damit den Blick für die ganz eigene Sichtweise.

Die heutige Fotoaufgabe also lautet: mache Dir die eigenen Erwartungen bewusst, und dann stelle sie bei Seite. Schau, was an einem Menschen, einer Landschaft usw. von Deiner Erwartung abweicht, und fotografiere statt dessen dies.

 

More is different!


Ein kleiner Gedanke, zu dem mich die Sendung Scobel (Thema “Vermessene Welten”, heute auf 3sat) angeregt hat: Wo sind die Übergänge vom Einzelnen zum großen Ganzen? Wo verlaufen die Grenzlinien?

Schaut man sich einzelne Bestandteile eines Systems an, zum Beispiel einzelne Menschen, sieht man ein anderes Bild, als wenn man sich das Ganze anschaut. In dem Fall: wie diese Menschen in einer Gruppe zusammenwirken. Das lässt sich auf viele weitere Bereiche übertragen: einzelne Tiere bilden einen Schwarm, einzelne Moleküle bilden ein Gas mit einer Temperatur aus.

Übertragen auf die Fotografie heißt das: Findet genau diese Übergänge, in denen sowohl einzelne Individuen, als auch das Ganze, das aus ihnen entsteht, sichtbar wird. Macht Fotos, auf denen beides zugleich abgebildet ist: das Individuelle, und das große Zusammenspiel!

Viele einzelne Muscheln ergeben ein Gesamtmuster

Viele einzelne Muscheln ergeben ein Gesamtmuster

Dreiecke fotografieren



Heute stelle ich dir eine Fotoaufgabe, die die Kreativität anregt und schnell das Wesentliche sichtbar macht: fotografiere Dreiecke. Wenn du dein Motivfeld vor dir hast, suche drei markante Objekte oder Stellen. Stell Dir vor, wie Linien von diesen Objektiven zueinander laufen.

Du kannst dich bewegen, vor, zurück, nach hinten, nach vorne, um die Objekte herum, und achte dabei immer darauf, wie sich diese drei Linien verändern. Werden sie spitzer? Laufen sie im rechten Winkel aufeinander zu?

Achte auch auf die Spannungen, die zwischen den Objekten auftreten – bei viel Spannung wird die Linie z.B. rot, bei wenig Spannung eher blass. Und wenn du das Gefühl hast, jetzt stimmt alles, mach das Foto, das diese drei Objekte zeigt.

Dreiecke fotografieren, um ein Gespür zu bekommen für die Situation

 

 

 

 

 

 

 

 

Was will ich eigentlich?

Die heutige Folge ist ursprünglich entstanden für meine Arbeit als Diplom-Psychologe und Lebensweg-Berater. Für die eigene fotografische Praxis eignet sie sich jedoch ebenso gut. Was will ich tun? Wo will ich hin? Diese Fragen beziehen sich auch auf den eigenen künstlerischen Weg.

Mehr Spürtiefe in deinem Tun

Um so intuitiver du handelst, um so mehr ist dein Tun dein Eigenes. Du handelst nicht mehr automatisch-mechanisch, sondern bist präsenter, mehr “da”, und deine ganz eigene Handschrift fließt in dein Projekt mit ein. In der heutigen Folge zeige ich dir, wie du dein Bauchgefühl von Zeit zu Zeit immer mal wieder wecken und nutzen kannst, damit deine Arbeit insgesamt “runder” und stimmiger wird.

Wie geht’s weiter?

Stell dir vor, du arbeitest an einem Projekt. Hast auch schon einiges umgesetzt, oder zumindest Ideen gehabt. Und du stehst vor einem Punkt, wo du gerade nicht mehr weiter weißt. Ich leite dich an, das bisher Geschaffte für dich selbst zusammenzufassen und neue Handlungsoptionen zu entdecken.

Wie geht’s jetzt weiter?

Ein inneres Bild

Die erste Folge des Podcasts. Ich zeige dir, wie du in dich hineinspüren kannst, wie du leicht zu deiner Intuition hin findest. Von hier aus begleite ich dich zu einem inneren Bild, das du vor deinem inneren Auge entfaltest, und aus dem du für dich selbst eine fotografische Handlungsidee entwickelst.